SolWo Königspark – ein neuer Stadtteil mit Modellcharakter
eZeit Ingenieure als Projektsteuerer und Verbundkoordinator mit
einem Konsortium aus Ingenieursunternehmen

2017 – 2020 · Königs Wusterhausen bei Berlin · Deutschland 
Auftraggeber: SolWo Königspark GmbH
Architektur: Hegger Hegger Schleiff Architekten AG

Die Netzintegration der Erneuerbaren Energien ist eine große volkswirtschaftliche Herausforderung. Bei dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ins Leben gerufene WindNODE-Projekt ist eZeit Ingenieure als assoziierter Partner unterstützend tätig: Im Projekt SolWo-Königspark sollen Power-to-Heat-Anlagen für den Zweck der Netzstabilisierung verbaut und vertraglich sowie wirtschaftlich in den Markt der Systemdienstleistungen integriert werden.

windnode-logo

Für das Energiekonzept SolWo Königspark hat eZeit Ingenieure im Rahmen des Preises der deutschen
Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz 2016 eine ASUE-Effizienzauszeichnung bekommen.

eZeit_ASUE-Effizienzauszeichnung-klein

PROJEKT

Mit dem SolWo Königspark entsteht ein neuer Stadtteil von Königs Wusterhausen in der südlich direkt angrenzenden Peripherie Berlins. Alle Gebäude werden ökologisch und in energetisch optimierter Bauweise geplant und CO2-neutral mit Wärme und Strom betrieben.

Durch eine einzigartige und innovative Infra- und Gebäudestruktur erhalten die künftigen Bewohner und Besucher des SolWo Königsparks die Möglichkeit, eine eigene Identität mit und in diesem Quartier zu entwickeln. Das Entwicklungskonzept des Stadtteils baut auf vier Säulen der Nachhaltigkeit auf: Identität, Umfeld, Ressource & Energie, Mobilität.

Der SolWo Königspark wird ein Vorzeigeprojekt für eine CO2-neutrale Energieversorgung zu sozialverträglichen Energiekosten werden.

ENTWURFS- UND ENERGIEKONZEPT

eZeit Ingenieure gibt als Projektsteuerer und Projektentwickler dem Projekt richtungsweisende Impulse: Das Energiekonzept beinhaltet die Vision des Unternehmens eines energieoptimierten, nachhaltigen Bauens und intelligenter Stadtplanung:

  • Ganzheitliche Betrachtung von Energie- und Ressourceneinsatz
  • Einsatz von regenerativen Energieformen mit energiespartenübergreifendem Ansatz (Strom, Wärme, Kälte und Gas) und effizienzsteigernder Technik
  • Verwendung von ökologischen Baustoffen (unter Berücksichtigung der grauen Energie)
  • Sektorkoppelung: Berücksichtigung der Interaktionen zwischen der Energiewirtschaft und dem Verkehrssektor

 

ENTWICKLUNGEN durch eZeit Ingenieure

Auf Basis des Energiekonzeptes für den ersten Bauabschnitt wurden die wirtschaftlichen Potenziale aufgezeigt, mit denen neue Geschäftsmodelle wie Strom- und Wärme-Flatrates im Quartier ermöglicht werden können. Die Einführung einer Energieflatrate ist ausdrücklicher Wunsch der SolWo Königspark GmbH.

eZeit Ingenieure konzeptioniert die lokale Wärme-/ Kälte-, Gas- und Stromlieferung aus einer Körperschaft heraus und prüft die Machbarkeit und Durchführbarkeit, was u. a. die Bündelung aller Rollen eines auf Quartiersebene spartenübergreifend horizontal und vertikal vollintegrierten Energieversorgungsunternehmen beinhaltet.

BESCHREIBUNG DES PROJEKTES

  1. INHALT
  2. ENERGIE- UND MOBILITÄTSKONZEPT
  3. QUARTIERSVERSORGUNGSUNTERNEHMEN

 

INHALT

Eine Vielzahl neuer Möglichkeiten der Interaktion zwischen den unterschiedlichen Nutzern und Infrastrukturen im Quartier ermöglichen die Erschließung von Synergien. Hierbei spielen Sharing-Konzepte, also die gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen und Ressourcen eine zentrale Rolle: Da sowohl integrierte Energiekonzepte (mit bspw. Strom- und Wärme-Flatrates) als auch Konzepte wie Shared-Spaces und Mieter-Car Sharing bis hin zu gemeinsam nutzbaren Stadtgärten und Sportanlagen den Bewohnern des Quartiers die Möglichkeit bieten, aktiv am Quartier zu partizipieren.

Ergänzt durch energetisch und wirtschaftlich optimierte Bauten und Bauweisen wird eine heterogene Bewohnerstruktur mit unterschiedlichen Wohnstandards, von Eigentumswohnung bis sozialem Wohnungsbau, realisiert. So kann zum einen der akute lokale Wohnungsbedarf befriedigt sowie nebenbei eine Lösung zu der derzeit bestehenden Herausforderung des allgemein bestehenden Mangels an adäquaten bezahlbaren Wohnraum in Ballungsgebieten aufgezeigt werden.

Hinsichtlich dieser sowie einer Vielzahl anderer in der Energieeffizienzstrategie Gebäude (ESG) genannten Herausforderungen können u. a. Erfahrungen gesammelt werden, die Empfehlungen für Reformen des Miet-, Sozial-, und Steuerrechts sowie einer Überarbeitung und Konsolidierung des EEG, EEWärmeG und der EnEV, wie ebenfalls in der ESG gefordert, erlauben. All dies sind gewichtige Argumente, warum das Projekt großes Potential hat, in vielerlei Hinsicht eine Vorreiterrolle mit immensem Leuchtturmcharakter einzunehmen.

ENERGIE- UND MOBILITÄTSKONZEPT

Besonderer Wert wird auf eine ganzheitlich integrierte Betrachtung der Energie- und Mobilitätsversorgung gelegt. Da auf 20-25 % Investitionskosten ca. 75-80 % Energie- und Betriebskosten folgen, ist das nachhaltige Betreiben von energieoptimierten Gebäuden wirtschaftlich betrachtet eine Pflicht.

Die gesamte Energieversorgung soll im SolWo Königspark hierbei CO2 neutral gestaltet werden. Dazu werden unterschiedliche konventionelle und teils hochinnovative jedoch in der Praxis bewährte Technologien und Systeme verbaut und betrieben, die in bestehenden Leuchtturmprojekten ihre Performanz bewiesen haben.

Wärmeseitig stellen Wärmepumpen und ein Mix aus solar- und geothermischen Anlagen gekoppelt mit Lang- und Kurzzeitspeichern die sichere und nachhaltige Wärmeversorgung auf Basis von 100% Erneuerbarer »Gratis«- Energien sicher. Die Stromversorgung erfolgt mittels Photovoltaik, einem Blockheizkraftwerk (BHKW) und Batteriespeichern (siehe Abbildung 1). Das BHKW (EE-Methan) und die Wärmepumpen ermöglichen eine synergetische Kopplung der Energiesparten Strom, Wärme/Kälte und Gas.

Abbildung 1: Verteilnetz

solwo-konzept-verteilnetz

Es wird ein Arealnetz (Strom/Gas) aufgebaut, welches zusätzliche Speichersynergien ermöglicht. Dabei soll die lokal erzeugte thermische und ein Großteil der elektrischen Energie direkt an die Mieter und Nutzer des Quartiers weitergegeben und vermarktet werden. Zusätzlich ermöglicht das beschriebene System das Anbieten von Regelenergie und liefert damit quasi, als Add-on, einen Beitrag zur Stromnetzstabilisierung.

Durch die Integration multimodaler Mobilitätskonzepte verbunden mit dem Aufbau von Ladeinfrastruktur für elektrifizierte und gasbetriebene Fahrzeuge wird darüber hinaus eine Kopplung von Mobilität und Energie möglich.

QUARTIERSVERSORGUNGSUNTERNEHMEN

Das sogenannte Quartiersversorgungsunternehmen (QVU) gliedert sich hierbei in die drei Säulen Energie, Informations- und Datendienste (Digitalisierung) und Mobilität, welche auf dem Querschnittsfeld der Infrastruktur für alle Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) aufbauen (vgl. Abbildung 2).

Abbildung 2: Generisches Quartierversorgungsunternehmen (QVU)

quartierversorgungsunternehmen

Hierbei besteht das Geschäftsziel des QVU in der Ausnutzung von quartiersseitig entstehenden Synergien, um die Nutzer des Quartiers integriert und dadurch nachhaltig sowie kostengünstig mit allen notwendigen Medien (Wasser / Gas) und Energien (Strom, Wärme/Kälte) sowie Telekommunikationsmedien (Internet & Intranet) zu versorgen und darin eingebettet kombinierte Daten-, Informations- und Servicedienstleistungen anbieten zu können.

Die Informations- und Kommunikationstechnologien stellen hierbei eine Schlüsselrolle dar, indem sie mittels Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung von Geschäfts- und Betriebsprozessen existierende Synergiepotentiale erschließbar machen.

Innerhalb der drei Säulen und dem Querschnittsfeld sollte eine Körperschaft, die als vollintegriertes QVU auftreten möchte, alle Rollen eines vollintegrierten Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmens jeder einzelnen Säule (Energieversorgungsunternehmen, Digitalisierungs-Dienstleister, Mobilitätsdienstleister / Fuhrpark- und Flottenbetreiber) sowie des Querschnittsfeld Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) abbilden können.

Es ist ebenfalls denkbar, dass ein Unternehmen nur eine Teilmenge der Rollen eines vollintegrierten QVU einnehmen möchte.

 

   

Zeitablauf 
2017 – 2020

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